Blog 04/21 – Michael Bursik

Veröffentlicht am in Allgemein

Über unseren Blog 2021

Nachdem wir in den vergangenen Jahren zahlreiche positive Rückmeldungen zu unseren Blogbeiträgen erhalten haben, möchten wir diese noch junge Tradition des Liechtenstein Academy Blogs gerne auch in diesem Jahr fortführen.

Auch 2020 ist es uns wichtig in unserem Blog unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen, um Ihnen als Leser ein möglichst anregendes Angebot zu bieten. Hierfür haben wir insgesamt sechs namhafte Gastautoren und Gastautorinnen gewinnen können, die ohne redaktionelle Filter jeweils Ihre persönlichen Überlegungen einfliessen lassen.

Freuen Sie sich auf Neues und Überraschendes von Michael Bursik, komplexe Zusammenhänge, einfach erklärt von Ulrich Schnabel, philosophische Einblicke von Dr. Ina Schmidt, scharfsinniges von unserem Sprach- und Rechtsexperten Carlos A. Gebauer , spannende Themen rund um die moderne Arbeitswelt von Sibylle Mäder sowie konstruktive Überlegungen unseres Gesundheitsexperten Christoph von Oldershausen.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.

Ihr Team der Liechtenstein Academy

Thought Leadership: Mit Ideen in Führung gehen

Markenwert aufbauen, Nachfrage generieren und Bekanntheit steigern – Wer auf Meinungsführerschaft setzt, dem öffnen sich Türen. In diesem Beitrag wollen wir einen Blick auf ein Thema werfen, dass in den letzten Jahren für Furore sorgt: Thought Leadership.

Unter Thought Leadership wird die Meinungsführerschaft einer Person oder eines Unternehmens zu einem bestimmten Thema oder in einer bestimmten Branche verstanden. Es ist der neue Nordstern in der strategischen Positionierung von Unternehmen und bedeutet, mit Ideen in Führung zu gehen. Doch das funktioniert nicht ohne Thought Leader. Sie inspirieren und liefern neue Perspektiven auf bekannte Herausforderungen. Thought Leader gelten als Expert*innen auf ihrem Gebiet. Deren Fachwissen hat sowohl in der breiten Öffentlichkeit als auch in Branchenkreisen einen besonderen Stellenwert.

Gerade im B2B-Umfeld ist die Aufmerksamkeit von Entscheider*innen sehr kostbar. Studien wie die Thought Leadership Impact Study von Edelman zeigen, dass gerade das C-Level sich immer bewusster für Thought Leadership Content entscheidet. Gute Inhalte haben erwiesenermassen Einfluss auf die Wahrnehmung von Mitarbeiter*innen, Marken und Unternehmen. Thought Leadership Content schafft es, den Lärm der sozialen Medien zu durchdringen und Botschaften zu transportieren, die ansonsten untergehen würden.

Schillerndes Beispiel für Meinungsführerschaft

Ein bekanntes Besipiel für Thought Leadership ist Elon Musk. Seine Ideen revolutionieren digitales Bezahlen, unsere Vorstellung eines Elektroautos und inspirieren uns den Mars zu besiedeln. Allein auf Twitter folgen ihm derzeit über 50 Mio. Menschen. Das sind wesentlich mehr als die Follower seiner Unternehmensmarken Paypal, Tesla und SpaceX zusammen. Wenn Musk sich zu einem Thema äussert, dann entfaltet das Wirkung.

So twitterte er beispielsweise im Januar 2021 folgende zwei Wörter: «Use Signal». Der Effekt dieser Nachricht war nicht zu übersehen, denn nur wenige Stunden später stieg der Börsenwert der Firma Signal Advance Inc. rasant an. Zum Höhepunkt belief sich der Aktienkurs auf 5100% des Ursprungswerts. Und das obwohl Musks Tweet sich gar nicht auf diese Firma, sondern auf einen Messenger Dienst bezog.

Thought Leadership als kollektive Leistung

Ein gutes Beispiel für Thought Leadership mittelständischer Unternehmen ist die Haufe Group aus Freiburg. Das Unternehmen transformierte sich vom klassischen Verlag zu einem integrierten Lösungsanbieter. Spannende Experimente im eigenen Unternehmen wie die Wahl von Vorgesetzten durch Mitarbeitende machten die Haufe Group branchenübergreifend bekannt – und zum begehrten Ansprechpartner in Fragen rund um New Work. Als Experten stärkten sie ihre Marktposition und wurden für ihren mutigen Weg mehrfach ausgezeichnet.

Der Unterschied bei Haufe zu Musk liegt darin, dass Thought Leadership nicht nur auf den Schultern einer Einzelperson liegt. Vielmehr werden alle Mitarbeitende befähigt, ihre Expertise nach aussen zu zeigen. Thought Leadership ist hier keine One-Man-Show, sondern ein Orchester, dass mit unterschiedlichen Instrumenten spielt. So entstehen nach aussen verschiedenste Berührungspunkte, die auf die Wahrnehmung des Unternehmens wirken.

Der konkrete Nutzen in der Praxis

Eine Thoughtleadership-Strategie kann einem Unternehmen Türen öffnen. Durch das Verbreiten innovativer Gedanken und spritziger Ideen machen Sie nachhaltig auf sich auf aufmerksam: Sie generieren Nachfrage, weil Ihr Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz heraussticht. Sie bauen Ihren Markenwert auf, da Sie als innovativer Player wahrgenommen werden, mit dem man auch in Zukunft Geschäfte machen möchte. So bauen sich in der Folge neue Kundenbeziehungen auf. Sie stärken die Arbeitgebermarke, da Sie durch Ihre Aussenwahrnehmung Talente anziehen. All dies gipfelt darin, dass sich neue Möglichkeiten für Vertrieb und Kooperationen ergeben.

Wenn Sie sich dafür interessieren, Ihr Unternehmen im Bereich Thought Leadership zu positionieren, gibt es einen simplen wie auch kraftvollen Weg: Setzen Sie auf Ihre Mitarbeitende und bilden Sie sie aus. Jedes Unternehmen verfügt per se über Expert*innen, die bereits über Autorität in einem Gebiet verfügen und mit neuen Einblicken und Perspektiven punkten können. Denn das notwenige Tool-, Skill- und Mindset als Grundausrüstung eines jeden Thought Leaders lässt sich erlernen. Das Ergebnis dieses Prozesses: Sie können die besten Ideen aus Ihrem Unternehmen bündeln, strategisch einsetzen und in Führung gehen.

 

Über den Author: Michael Bursik